Welcher Reifendruck empfiehlt sich für Topleistungen bei Rennradreifen?
Es ist mittlerweile allgemein bekannt, dass zu viel Luft im Fahrradreifen ausbremst, weil der Reifen (und das ganze Bike plus Fahrer oder Fahrerin) sich dann über jede kleine Unebenheit auf der Straße erheben und quasi hinüberklettern muss. Auch wenn sich diese ruckartige Bewegung schnell anfühlt, verschwendest du damit eigentlich nur deine Energie, während sich ein Reifen mit niedrigerem Druck über die Unebenheiten verformt und eine dämpfende Wirkung hat. Diese Verformung über die Unebenheiten verbraucht ein bisschen Energie bei der Verformung der Reifenkarkasse, aber dennoch deutlich weniger Energie, als nötig wäre, um dich über die vielen kleinen Unebenheiten auf der Straße oder anderen unebenen Oberflächen zu heben. So tief wie möglich zu gehen, ohne dass du dir viele Reifenpannen oder übermäßige Reifenverformungen in Kurven einhandelst, ist eigentlich die beste Option. Mit diesen Druckwerten hast du auch mehr Grip, sodass du bei Abfahrten und in Kurven schneller werden kannst. Außerdem ermüdest du (wegen Vibrationsverlusten) langsamer und kannst so länger schneller fahren. Mehr Infos zum Reifendruck findest du in unserem Blogbeitrag.
Der maximale Reifendruck für unsere Laufräder steht auf den jeweiligen Produktseiten (denk dran, immer auch den Maximaldruck deines Reifens zu checken, der niedrigere der beiden Werte muss immer eingehalten werden). Der maximale Reifendruck hängt hauptsächlich von der Breite des Reifens ab. Breitere Reifen erfordern einen niedrigeren maximalen Reifendruck. Aus Sicherheitsgründen musst du die maximalen Druckwerte einhalten. Um aber die beste Leistung aus deinen Rädern und Reifen rauszuholen, sind die empfohlenen Drücke meistens viel niedriger als die maximalen. Es gibt online mehrere Reifendruckrechner, die dir Hilfe bei der Optimierung des Reifendrucks für deine speziellen Fahrbedürfnisse bieten.
Die Druckempfehlungen vom Reifenhersteller musst du unbedingt beachten. Überschreite niemals den maximalen Druck des Laufrads oder Reifens (je nachdem, welcher niedriger ist) und stelle sicher, dass auch die vom Reifenhersteller angegebenen Mindestdruckanforderungen erfüllt werden. Anderenfalls kann das nicht nur deine Leistung auf dem Bike beeinträchtigen, sondern auch ein Sicherheitsrisiko darstellen.
Du solltest auch andere Dinge im Auge behalten und den Reifendruck so einstellen, dass er zu dir, deinem Fahrstil, dem Gelände, deinen Reifen und deinem Bike passt:
- Auf raueren Oberflächen musst du vielleicht den Reifendruck ein bisschen senken, damit es bequemer wird, aber im Gelände solltest du ihn vielleicht erhöhen, um Felge und Reifen vor Stößen zu schützen.
- Wenn du dich oder dein Bike stärker belastest, musst du vielleicht den Reifendruck ein bisschen erhöhen.
- Manche Reifen, wie zum Beispiel solche mit extra starken Seitenwänden zum Schutz vor Reifenpannen, können steif sein und erfordern einen etwas niedrigeren Reifendruck.
- Denk dran, dass für derselben Reifen in unterschiedlichen Einsatzsituationen ein anderer Maximaldruck gelten kann, z. B. kann der Druck bei Tubeless-Reifen niedriger sein als bei Schlauchreifen. Und bei Verwendung auf einer Hookless-Felge kann er noch niedriger sein.
- Halt dich an alle Druckempfehlungen vom Reifenhersteller und überschreite niemals den maximalen Druck des Reifens oder der Felge, je nachdem, welcher Wert niedriger ist.
- Achte darauf, dass du zum Überprüfen des Reifendrucks ein genaues Manometer benutzt. Denk dran, dass die Manometer an manchen Pumpen recht ungenau sein können.
Achte bei der Auswahl des Reifenmodells und der Reifengröße darauf, dass beides zu deiner Felge passt. Dazu gehören unter anderem die Kompatibilität mit Tubeless-Reifen, die Kompatibilität mit Hookless-Felgen und die Felgenbreite.
Vorsichtsmaßnahmen bei der Felgenbremse auf langen Abfahrten, vor allem bei Hitze
Wichtige Infos zur Hitzeentwicklung bei Reifen und Felgen bei langem Einsatz der Felgenbremse:
- Beim Felgenbremsen wird deine Bewegungsenergie durch Hitze zwischen den Bremsbelägen und den Felgen abgebaut. Diese Wärme wird dann an die Luft und den Reifen weitergegeben, die mit der Felge in Kontakt sind.
- Je länger und stärker du bremst, desto mehr Hitze wird an den Reifen abgegeben.
- Warme Tage verschärfen das Problem, weil alle Teile schon von Anfang an wärmer sind und die Hitze nicht so gut ableiten können, da der Temperaturunterschied zwischen Luft und Reifen/Felge viel geringer ist. Aufgeheizte Straßenbeläge verschlimmern das Problem zusätzlich.
- Wenn sich im Reifen Wärme aufbaut, steigt die Lufttemperatur im Schlauch/Reifen und die wärmere Luft dehnt sich aus, wodurch der Luftdruck steigt. Wenn das so weitergeht, kann es dazu kommen, dass der Reifen/Schlauch nicht mehr standhalten kann und kaputtgeht. Ein Tubeless-Reifen kann dieselben Probleme haben.
Das ist ein Problem, das bei allen Arten von Fahrrädern mit Felgenbremsen auftreten kann. Deshalb solltest du ein paar vernünftige Vorsichtsmaßnahmen beachten:
- Lange Abfahrten und starkes Bremsen sind mit Risiken verbunden, weil sich die Bremsfläche aufheizt, vor allem bei heißem Wetter. Bei allen Drahtreifen- oder Tubeless-Systemen solltest du den Reifendruck um ca. 0,69 bar (10 psi) unter den normalen Wert senken. Achte bitte darauf, dass du den vom Reifenhersteller empfohlenen Druck einhältst. Das verbessert die Haftung und macht die Reifen widerstandsfähiger gegen hohen Reifendruck, der durch die Hitze beim Bremsen entsteht.
- Mach bei langen und steilen Abfahrten regelmäßig Pausen, damit deine Bremsen abkühlen können. Wenn du vermutest, dass deine Felgen beim Bremsen sehr heiß werden, solltest du unbedingt eine Pause machen und sie abkühlen lassen, bevor du weiterfährst. Das ist eine vernünftige und sinnvolle Maßnahme, die alle Laufrad-, Reifen- und Bikehersteller empfehlen würden.
